Fall 6 - Die Fahrt ins Blaue
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Bernd, 19 Jahre, macht immer bei seinem Jugendverband mit und möchte endlich mal selbst eine eigene Fahrt organisieren und durchführen. Er rührt kurz die Werbetrommel und schon sind 30 Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren mit dabei. Sie wollen alle ein Zeltlager an einem Fluss veranstalten.
Nach mehreren vorherigen Treffen wird beschlossen, dass am 1. Juli dieses Jahres Abfahrtstermin sein soll. Zur Hinfahrt wird ein Bus von einem Reiseunternehmen gemietet.
Elke und Martin sind auch mit dabei. Sie haben ihre Eltern gar nicht erst gefragt, ob sie teilnehmen dürfen, da sie sich von ihren Eltern ohnehin vernachlässigt fühlen.
Da ein Campingplatz viel zu fein für die meisten von ihnen ist, lässt man sich vom Bus in der Nähe des Ortes A-Stadt absetzen. Dann wird auf eigene Faust das Gelände erforscht. Gemeinsam wird beschlossen, dass sich die Weide des Bauern Randers für das Zeltlager, wie es von allen geplant ist, am besten eignet. Mühselig klettern die meisten über den Zaun, einige Hosen werden dabei zerrissen, aber der ins Auge gefasste Platz liegt am Waldrand, hat daher eine ruhige Lage und, was sehr wichtig ist, liegt windgeschützt.
Schnell sind die kleinen Zweimann-Zelte aufgebaut. In den meisten dieser Zelte schlafen, wie sollte es anders sein, junge Pärchen. Jedes dieser Pärchen hat es übernommen, einen Tag zu kochen. Dabei wird der mitgebrachte Grill und der Gaskocher eifrig benutzt. An zwei Tagen werden sogar die Aale, die sie in einem Seitenarm der Elde gefangen haben, gleich geräuchert.
Da Bernd nicht mehr alles alleine überblicken kann, ernennt er Jochen in einer tollen Zeremonie für die Dauer der Fahrt zum Jugendgruppenleiter. Jochen ist deswegen ganz besonders stolz, da er das schon immer mal spielen wollte.
Einige Mitglieder der Gruppe fahren des Öfteren nach A-Stadt. Da sie kein Auto zur Verfügung haben, wird an der nächstliegenden Straße getrampt. Selbstverständlich meldet man sich meistens vorher bei Bernd, dem Gruppenleiter, ab. Abends gehen diejenigen, die noch Lust haben, zur Diskothek ins Dorf. In der Gaststätte, in der die Diskothek stattfindet, ist der "Braune" besonders billig - nur macht dieses Lokal schon um 23:00 Uhr zu. Die meisten, die dann von der Diskothek zurück kommen, fühlen sich immer noch nicht ausgelastet und gehen erst mal baden.
Allmählich sind die Bauern in der Umgebung aber so ärgerlich über die ständig betrunkenen und lärmenden Jugendlichen, dass sie sogar abends die Hunde auf die heimkehrenden Diskothek-Besucher hetzten. Einmal wird Jan von einem Hund gebissen. Zufällig bekommt der Bauer diesen Hundebiss mit und stürzt erregt zu Jan. Er weist darauf hin, dass er nicht genau wisse, ob der Hund tollwütig sei - zur Vorsicht verordnet der Bauer als Hausmittel einen nasskalten Umschlag und ein Kräuterwasser.
Da aber auch Bernd durch die Jugendlichen mehr als genervt ist, platzt ihm eines Abends der Kragen. Rechts und links ohrfeigt er die drei Hauptübeltäter. Als Klaus-Dieter ihm ständig Widerworte gibt und auch durch andauerndes Ohrfeigen nicht zur Besserung bringen läßt, schickt Bernd ihn nach Hause zurück.
Irgendwann ist auch diese Fahrt zu Ende. Eines Morgens kommt ein Bus und bringt alle Fahrtteilnehmer nach Hause zurück. Als der Bus dort ankommt, stehen die Eltern von Klaus-Dieter an dem Haltepunkt und erkundigen sich, wo ihr Sohn geblieben ist. Bernd berichtet darauf hin, dass er ihn schon vorzeitig nach Hause geschickt habe - wegen seines unmöglichen Benehmens. Wenn er dort noch nicht angekommen sei, kann er sich das auch noch nicht erklären.